Pro-Lira
Gegen das Delir.


Die Macht der (positiven) Berührung.

Oder der eine Fall der die Pro-Lira-Position (PLP)
und das Konzept entstehen lies.


Herr S. bei Schichtübernahme auf einer IMC zu Beginn des Nachtdienstes.

Quelle: R. Stelzer, 2021

 Was zeigt dieses Bild?

Der Patient hatte sich selbst in eine Art Schneidersitzposition quer über das ganze Bett positioniert. 
Eine für ihn offensichtlich bequeme und sichere Position? Die Vitalwerte dokumentierten objektiv den subjektiv ruhigen Eindruck: Puls 51 bpm, RR 100/63 mmHg, AF 16, SpO2 –?–. Dies ist erstaunlich, da Herr S. einen Großteil seines Körpers komplett zwischen den beiden oberen Bettgittern des Bettes einklemmte. Der Kopf bzw. die rechte Schulter waren am rechten Bettgitter stark angelehnt, allerdings so, dass der Kopf/Hals in eine äußerst unbequem von außen wirkende Position gebracht wurde. Kopf/Hals waren sichtbar überstreckt. Aufgrund der Wahrung der Anonymität des Patienten wurde das Gesicht verpixelt. Würde man es sehen, würde man erkennen, dass Herr S. entspannte Gesichtszüge aufweist. Das Bett wirkt unordentlich/chaotisch, der Patient allerdings war „geordnet“ zwischen zwei metallischen Bettgittern. Das Kopfkissen ist nicht unter dem Kopf, stattdessen lag die li. Extremität darunter. Der Patient nahm parallel eine zentrierte Körperhaltung ein. Die rechte Extremität befand sich auf der Decke, die Hand auf seinem Oberschenkel. Diese griff wiederum in den proximalen Teil des BDK‘s. Die unteren Extremitäten berührten sich ebenfalls zentriert (Autostimulation). Das weiße Pflaster dokumentiert den zuvor selbst gezogenen ZVK (in den Vorschichten), die Elektroden mussten mittels eines braunen Pflasters fixiert werden. Dieses Bild beweist somit objektiv die These, dass delirante Patient:innen so lange Kontakt suchen, bis sie ihn gefunden haben, und dann (erst) zur Ruhe kommen (können).


Diese objektiven Erkenntnisse flossen in die Entwicklung der Pro-Lira-Position (PLP) mit ein. 

Siehe Kapitel 4 bzw. Kapitel 7.1.1